Hàzibuli

Text zur Ausstellung von Heike Kati Barath in der Galerie Cookie Snoei

Den Blick im Nacken spüren. An den Lippen kleben. Ansprechen oder nicht. Nichts sagen…

… sagen wollen. Küssen wollen. Weg rennen. Haare raufen. Nägel knabbern.

Wissen wollen. Von dem Gegenüber.

Das ist ein Junge. Versteckt hinter seinem lässigen Haarschnitt, seiner Klamotte. Von sechs Quadratmetern Leinwand schaut er, im Portrait. Daneben ein Mädchen, frivol, geküßt, bereit zum Sprung. Verletzt.

Diese Bilder sind von ihr: Heike Kati Barath. Oft steht sie selbst vor ihnen, schaut, taxiert die Blicke. Oder freut sich über die Begegnung mit den bekannten Gesichtern, wenn sie sie bei einer ihrer Ausstellungen sieht.

Öl, Lack, Acryl und Bauschaum, große Flächen, differenziert durch den Pinselduktus, gegenüber Knopfaugen, weiche Linien, die Strähnen aus Acryl. Weichzeichner im Hintergrund und nur Erkennbar, weil der Körper kein Rechteck ist und sonst das Bild in Gänze füllen, dem Betrachter nicht an sich vorbei lassen würde.

Barath arbeitet so feine Züge aus den Flächen, das man immerzu nachschauen muß, ob das Mädchen, ob der Junge nicht doch anders schaut, als man es denkt. Dabei entdeckt man seine eigenen Unzulänglichkeiten der Wahrnehmung: Beobachten, Werten und Merken. Begriffe werden wieder zu Erfahrungen, lösen sich auf in einen Prozess. Wie Kinder lernen wir von neuem. Entdecken uns einfältig und infantil.

So öffnen sich ihre Bilder, werden zu Erzählungen, zu eigenen Geschichten, Geschichten des Betrachters – Heike Kati Baraths Bilder geben den Impuls, den Anlaß, den Moment, das Dazwischen. Die Möglichkeiten. Sie sind weniger Abbildung denn Interaktion. Es entsteht ein Ich über ein Du. Identifikation über Abgrenzung.